Abfliessendes Regenwasser rechtzeitig stoppen

04.07.2018 - Medienmitteilung

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Das Unwetter im Zürcher Unterland von Ende Mai hat es erneut drastisch vor Augen geführt: Überschwemmungen können verheerende Folgen haben. Für die Betroffenen sind sie oft traumatisch. Bisher standen Hochwasser führende Bäche und Flüsse im Fokus der Präventionsbemühungen. Etwa die Hälfte der Schäden wird jedoch durch Regenwasser verursacht, das nicht versickert und direkt in Gebäude fliesst. Eine neue Hinweiskarte zeigt nun, wo dies passieren kann. Wer sich auf der Karte informiert, kann Schäden voraussehen. Oft genügen einfache Massnahmen, um sich zu schützen.

Kommt es infolge eines Unwetters zur Überflutung eines Grundstücks oder dringt gar Wasser in Gebäude ein, so kann dies für die Betroffenen sehr unangenehm sein – ganz abgesehen von der Gefährdung von Menschen, Haus- und Nutztieren. Liebgewordenes und Wertvolles geht unwiederbringlich verloren, die Aufräum- und Reinigungsarbeiten sind mühsam und kräftezehrend, die Wiederherstellung ist langwierig, aufwändig und teuer. Dies haben die gewitterbedingten Überschwemmungen im Zürcher Unterland und anderswo einmal mehr deutlich vor Augen geführt.

Wenn Starkregen nicht versickert

Bisher standen bei der Vorsorge gegen Überschwemmungen meist über die Ufer tretende Bäche, Flüsse oder Seen im Fokus. Zwar ist diese Gefahr real. Doch gibt es eine weitere, bisher eher unterschätzte Gefahrenquelle. Neuste Erhebungen zeigen, dass rund die Hälfte aller Überschwemmungsschäden an und in Häusern durch so genannten «Oberflächenabfluss» verursacht werden. Dabei handelt es sich um jenes Regenwasser, das bei einem Unwetter nicht im Boden versickert oder von der Kanalisation aufgenommen wird, sondern über versiegelte oder unversiegelte Böden abfliesst. Oft verwandeln sich dabei Wege und Strassen in Bäche. So dringt das Wasser direkt in Bauten ein, ohne den «Umweg» über ein Gewässer zu nehmen.

Auschnitt aus der neuen «Gefährdungskarte Oberflächenabfluss».

Die grosse Bedeutung des Oberflächenabflusses als Ursache von Überschwemmungen macht eine neue, interaktive Karte deutlich. Die «Gefährdungskarte Oberflächenabfluss» entstand als gemeinsames Projekt des Bundesamts für Umwelt BAFU, des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV und der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen VKG. Die Karte wurde gestern an einer Medienkonferenz in Bern präsentiert und ist ab sofort auch auf dem GIS-Browser des Kantons Zürich einsehbar.

Überprüfen und wenn nötig handeln

Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) und die GVZ Gebäudeversicherung Kanton Zürich empfehlen den Grundeigentümerinnen und -eigentümern, auf der Karte zu überprüfen, ob die eigene Liegenschaft oder Bauparzelle im Gefahrenbereich liegt und Schutzmassnahmen angezeigt sind. Dabei ist zu beachten, dass es sich um eine Hinweiskarte handelt, die im Einzelfall noch plausibilisiert und verfiziert werden sollte. Bei Bedarf beraten die Fachleute für Naturgefahren bei der GVZ Eigentümerinnen und Eigentümer, Planungsprofis im Baubereich sowie Feuerwehren.

Wichtig zu wissen: Schutzmassnahmen gegen Überschwemmungen müssen nicht teuer sein. Oft genügen einfache Vorkehrungen, um grosse Schäden zu vermeiden – und damit nicht nur hohe Kosten zu sparen, sondern auch grosse Unannehmlichkeiten abzuwenden.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Baudirektion mit der Gebäudeversicherung Kanton Zürich)

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