Wie die Zürcher Strasseninfrastruktur mit ISSI noch sicherer gemacht werden kann

29.09.2017 - Medienmitteilung,Medienkonferenz (Video)

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Seit über einem Jahr arbeitet der Kanton Zürich mit den Infrastruktur-Sicherheitsinstrumenten (ISSI), die das Bundesamt für Strassen ASTRA den Kantonen zur Verfügung stellt. Im Zuständigkeitsbereich des kantonalen Tiefbauamts tragen die ISSI dazu bei, dass die Strasseninfrastruktur noch sicherer projektiert, realisiert und unterhalten werden kann. Unabhängig davon ist und bleibt die Eigenverantwortung für das sichere Fahren bei den Verkehrsteilnehmenden.

Weniger Todesopfer und Verletzte auf den Schweizer Strassen, diesem Ziel hat sich Via sicura verschrieben. Via sicura ist das Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Dieses beinhaltet mehrere Elemente: Prävention, die bessere Durchsetzung bestehender Regeln, repressive Massnahmen bei schwerwiegenden Verkehrsdelikten sowie die Infrastruktur-Sicherheitsinstrumente (ISSI), mit deren Hilfe die Strasseninfrastruktur noch sicherer gemacht werden kann.  

Subjektive Sicherheit versus objektiver Sicherheit

Beim kantonalen Tiefbauamt haben sich die ISSI als wichtiger Bestandteil zur Beurteilung der objektiven Sicherheit bewährt, auch wenn diese nicht immer mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Verkehrsteilnehmenden korrespondiert. So kann es durchaus sein, dass die subjektive Sicherheit bei einem Fussgängerübergang einen Zebrastreifen erfordert oder in eine scharfe Kurve eine Leitplanke gehört. Beschränkt man sich aber auf die rein objektive Sicherheit, die nebst den ISSI auch auf Normen, Gesetzen und Verordnungen basiert, so ist der Übergang ohne Fussgängerstreifen und die Kurve ohne Leitplanke sicherer. Unabhängig davon, wie sicher die Strasseninfrastruktur geplant, projektiert, realisiert und unterhalten wird: Die Eigenverantwortung bei der Sicherheit liegt mit Sicherheit bei den Verkehrsteilnehmenden.

Bei den ISSI handelt es sich um sechs verschiedene Instrumente:

Road Safety Impact Assessment (RIA): Das kantonale Amt für Verkehr arbeitet bei der Planung der Strassen mit dem RIA. Das RIA liefert die Grundlagen, wie die sicherste Projektvariante evaluiert werden kann.

Black Spot Management (BSM): Die Kantonspolizei setzt das BSM ein. Dieses dient dazu, Unfallschwerpunkte zu erkennen und schrittweise zu beseitigen.

Einzel Unfallstellen Management (EUM): Die Kantonspolizei und das kantonale Tiefbauamt betreiben gemeinsam ein Einzel Unfallstellen Management (EUM). Mit diesem Instrument kann bei besonderen Unfallereignissen geprüft werden, ob und welchen Einfluss die Strasseninfrastruktur auf den Unfall hatte. Daraus werden allenfalls Massnahmen abgeleitet, die auf die gesamte Strasseninfrastruktur Einfluss haben.

Road Safety Audit (RSA): Wird bei einer Sanierung die Strasseninfrastruktur verändert, kommt das RSA zur Anwendung. Es dient dazu, Sicherheitsdefizite bereits bei der Projektierung zu erkennen. Dadurch können Strassenprojekte schon vor ihrer Umsetzung noch sicherer gemacht werden. Von den 60 bisher im Kanton Zürich durchgeführten Audits wurden unter anderem ungenügende Sichtweiten bei Fussgängerstreifen, an Bushaltestellen und Kreuzungen sowie Defizite bei der Breite der Velostreifen festgestellt.

Road Safety Inspection (RSI): Sind bei einer Sanierung keine baulichen Veränderungen an der Strasseninfrastruktur vorgesehen, findet vorgängig eine RSI statt. Bei dieser Inspektion besichtigt der Sicherheitsbeauftragte des kantonalen Tiefbauamts die Strassenabschnitte, um Sicherheitsdefizite bezüglich der Ausstattung, der Verkehrsregelung sowie weiterer Risiken zu erkennen. Pro Jahr werden so 20 bis 30 Strassenabschnitte vor ihrer Sanierung einer RSI unterzogen. Zusätzlich inspiziert er 30 bis 40 Kilometer Kantonsstrassen. Auch hier werden meist ungenügende Sichtweiten bei Kreuzungen festgestellt oder es handelt sich um fehlende oder ungenügende Strassenausrüstungen und fehlende oder kaum noch erkennbare Markierungen und Signalisationen.

Network Safety Management (NSM): Das NSM bewertet das kantonale Strassennetz hinsichtlich seiner Verkehrssicherheit. Auf der Basis des Unfallgeschehens wird bestimmt, wie viel Potenzial der betroffene Strassenabschnitt aufweist, um sicherer gestaltet werden zu können. Bei einem grossen Potenzial kann durch entsprechende bauliche Massnahmen die Sicherheit verbessert werden. Zudem dient das NSM auch dazu, die Sanierung von Strassenabschnitten zu priorisieren.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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