Sanierung des Menzihauses wird mit Schweizer Denkmalpreis ausgezeichnet

03.06.2016 - Medienmitteilung

Zurück zu Aktuell

Aussensicht Menzihaus

Die Baudirektion sanierte im Jahr 2014 das Menzihaus im Weiler Lützelsee in Hombrechtikon umfassend. Dabei zeigte sie, dass sich Schutzobjekte mit moderner Technik kombinieren lassen. Für die ausgezeichnete Restaurierung und massvolle Erneuerung durfte heute Baudirektor Markus Kägi den Schweizer Denkmalpreis entgegen nehmen.

Das sogenannte Menzihaus wurde vor über 40 Jahren letztmals umfassend saniert. Es ist ein besonders wertvolles und charakteristisches Beispiel eines eindrücklichen Bauernhauses im Zürcher Oberland. Seinen Namen erhielt es von der Familie Menzi, die es zwischen 1874 und 1964 bewohnte. Erbaut wurde es bereits um 1740 von Hans Jakob «Cornet» Hürlimann, einige Jahre nachdem das benachbarte Hürlimannhaus errichtet worden war.

Das Menzihaus mit Gewölbekeller und Stöckli ist seit 1964 im Besitz des Kantons und seit 1979 ein Inventarobjekt von kantonaler Bedeutung. Es ist eine Liegenschaft des Natur- und Heimatschutzfonds und befindet sich im Portfolio der kantonalen Denkmalpflege. Der Weiler Lützelsee ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) erfasst. Zudem liegen die Gebäude in der Landschaftsschutzzone A der Verordnung zum Schutze des Lützelseegebietes. Verschiedene Interessen mussten deshalb koordiniert werden. «Die Instandsetzung des Menzihauses war ein Projekt, das die faszinierende Vielfalt der Aufgaben der Baudirektion aufzeigt. Dass diese interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet wird, freut mich sehr», sagte Regierungsrat Markus Kägi anlässlich der heutigen Preisübergabe.

Kachelofen trifft auf Solaranlage

Bei der Sanierung wurden bewusst nur eine zurückhaltende Steigerung des Wohnkomforts und damit eine geringe Eingriffstiefe in die Bausubstanz angestrebt. «Bei Schutzobjekten ist es wichtig, mit Augenmass vorzugehen und die Reparatur und Instandsetzung vor den einfachen Ersatz zu stellen», sagt Roger Strub, zuständiger Bauberater bei der kantonalen Denkmalpflege. Die traditionelle Beheizung mit Kachelöfen in den beiden Stuben wurde beibehalten und mit einem modernen Heizsystem in einem der Öfen ergänzt. Die Gebäudehülle wurde mit Rücksicht auf denkmalpflegerisch wertvolle Teile nachisoliert, die Fenster blieben erhalten. Das beheizte und isolierte Volumen ist auf die zwei Wohngeschosse konzentriert, Kellergeschosse und Dachgeschoss bleiben kalt. «So demontierten wir auch die inneren Wandtäfer der Aussenwände, isolierten die Zwischenräume mit dampfdurchlässigen Hanfmatten und erhielten damit eine namhafte Verbesserung der Wärmedämmung», sagt Markus Vogel vom Architekturbüro VVMV AG aus Uerikon, das die Sanierung durchführte.

Beim Menzihaus erwies sich der südöstliche, nicht einsehbare Dachteil des Stallanbaus als geeignet für eine Photovoltaikanlage. «Ob und wie Solaranlagen auf Schutzobjekten und in schützenswerten Ortsbildern möglich sind, muss für jeden Fall individuell angeschaut werden», erklärt Mathias Rosskopf, zuständig für den Natur- und Heimatschutzfonds. Mit einem Teil des damit erzeugten Stroms kann der Warmwasserspeicher elektrisch erwärmt werden, was die Eingriffstiefe für haustechnische Installationen reduzierte. Der Gutsbetrieb ist damit teilweise energieautark. Individuelle Lösungen brauchen neben Überzeugungsarbeit auch eine Portion Wagemut: «Ich war zuerst skeptisch. Doch die Planung der kombinierten Heizanlage erwies sich als spannende Herausforderung, die heute bestens funktioniert», sagt Marcel Rohr, Gebäudetechniker des kantonalen Hochbauamtes.

Ein Glücksfall ist die Pächterfamilie Lina Ott und Nico Scacchi mit ihren fünf Kindern, die sich mit einem überzeugenden Konzept für ein Leben im Baudenkmal bewarb und das Pachtland biologisch bewirtschaftet. «Für uns ist die sorgfältige Pflege eines historischen Haus und der nachhaltige Umgang mit Kulturland und Tieren eine Einheit», sagt Nico Scacchi. Heute präsentiert sich das Menzihaus damit nicht nur in voller Pracht, sondern auch belebt.

Schweizer Denkmalpreis

Die Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger KSD ist der Zusammenschluss der Verantwortlichen der kantonalen und kommunalen Fachstellen für Denkmalpflege in der Schweiz. Der Verein vertritt die grundsätzlichen, landesweiten Anliegen der Denkmal- und Ortsbildpflege in der Öffentlichkeit sowie bei Bund und Kantonen; er beschäftigt sich namentlich mit den institutionellen und politischen Rahmenbedingungen der Denkmalpflege in der Schweiz, fördert den Austausch unter den Denkmalpflegestellen und beteiligt sich an der Erarbeitung von Grundlagen für die denkmalpflegerische Praxis. Die KSD umfasst zurzeit 34 Mitglieder. Der Schweizer Denkmalpreis der KSD bezweckt die Bekanntmachung und Förderung denkmalpflegerischer Leistungen. Ausgezeichnet werden Massnahmen und Projekte, denen die KSD Vorbildcharakter attestiert.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

Zurück zu Aktuell