«einst und jetzt» Heft 4: Von sprechenden Steinen und einem Ozeandampfer aus Beton

22.08.2012 - Medienmitteilung

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Grenzstein der Kantonsgrenze bei Wasterkingen

Archäologen und Historiker bringen Steine zum Sprechen – ob Grenzsteine mitten im Wald oder mittelalterliche Mauern in Burgen und Stadthäusern. Die vierte Ausgabe von «einst und jetzt» zeigt, mit welchen Methoden und Tricks stummen Zeugen ihre Geschichten entlockt werden. Zudem ist zu erfahren, wie der Zürichsee zu einem Ozeandampfer und Küsnacht zu einer bemerkenswerten Ikone des Neuen Bauens kam. Die aktuelle Nummer der Zeitschrift für Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Zürich erscheint Ende August.

Grenzsteine kann man auf verschiedene Weisen betrachten: als kleine Kunstwerke, Zeugen historischer Grenzziehungen oder noch heute gültige Markierungen von Grundstücks- und Hoheitsgrenzen. Bis in das 16. Jahrhundert zurück geben sie präzise Auskunft über den Verlauf von Herrschafts-, Gerichts- oder Waldgrenzen. Sie ergänzen schriftliche Akten in idealer Weise, sind aber auch wichtige Elemente der historischen Kulturlandschaft. Die Waldbewirtschaftung, Meliorationen, Bauarbeiten an den Wegnetzen sowie der natürliche Zerfall bedrohen den bereits stark dezimierten Bestand alter Grenzsteine. Um die verbliebenen Exemplare besser zu schützen, werden sie in einem Kurzinventar der Kantonalen Denkmalpflege erfasst.

Mittelalterliche Mauern geben ihre Geschichten preis

Die neue Ausgabe von «einst und jetzt» befasst sich zudem mit der Geschichte mittelalterlicher Mauern. Bauarbeiten hinterlassen heutzutage Berge von Akten und Plänen, die jede einzelne Massnahme genau dokumentieren. Ganz anders war das im 13. Jahrhundert, als zum Beispiel in Winterthur und Umgebung zahlreiche steinerne Stadthäuser, Kirchen und Burgen neu gebaut oder erweitert wurden. Um diesem Bauboom auf die Spur zu kommen, muss tüchtig auf den Putz gehauen werden. Erst unter Farb- und Verputzschichten vieler Generationen wird der Charakter eines Mauerwerks sichtbar und gibt so die Geheimnisse von dessen Entstehung und späteren Veränderungen preis.

Ein Ozeandampfer am Zürichsee

Die Anlehnung an die Schiffsarchitektur ist bei der Villa Streiff in Küsnacht offensichtlich: ein stromlinienförmiges Gebäude und Terrassen mit Aluminiumgeländern, die wie Kommandobrücken mit Reling weit herausragen. Architekt Otto Zollinger bediente sich des in den 1920er-Jahren aktuellen Dampfermotivs und schuf damit ein Bauwerk von aussergewöhnlicher Eleganz. Die Formen und das ausgeklügelte Farbkonzept aussen und im Innern machen die Villa zur radikalsten Vertreterin der Moderne am Zürichsee und zu einem architektonischen Juwel, das dank der laufenden Restaurierung wieder in neuem Glanz erstrahlt.

In «einst und jetzt» 4/2012 finden Sie zudem folgende Rubriken:

  • Trouvaille: Frühmittelalterliche Grabbeigaben aus Dielsdorf
  • Standpunkt: Interview mit dem Zürcher Kantonsgeometer Othmar Hiestand
  • Tournee: Keltischer Goldschmuck und ein Mosaik-Wandbild auf Reisen
  • Glossar: Was ist ein Kniestock, was ein Triangulationspunkt?
  • Ausflugstipps: Rhinsberg bei Eglisau und Sägerei Stockrüti in Bäretswil
  • Literaturhinweise: Rennbahn Oerlikon, neueste Stadtzürcher Architektur, Ruinen und ein archäologisches Kochbuch

Mehr zum Thema

«einst und jetzt» bestellen

«einst und jetzt» – Die Zeitschrift für Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Zürich. Die Ausgabe 4/2012 erscheint Ende August und kann zum Preis von 15 Franken hier bezogen werden:

STARCH, Stiftung für Archäologie und Kulturgeschichte im Kanton Zürich, Postfach 122, 8143 Stallikon
info@starch-zh.ch
www.starch-zh.ch

Grenzstein der Grenze Aargau und Zürich
Grenzstein der Grenze Aargau und Zürich

Beim freilegen einer Mauer
Beim freilegen einer Mauer

Mauer in Mörsburg
Mauer in Mörsburg

Villa Streiff
Villa Streiff

Grenzstein der Kantonsgrenze bei Wasterkingen
Grenzstein der Kantonsgrenze bei Wasterkingen

(Gemeinsame Medienmitteilung der Baudirektion Kanton Zürich und der Stiftung für Archäologie im Kanton Zürich (STARCH))

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